Author Archive for exka

Am 29. April wird´s wieder aufgekocht: “Chemnitzer Perspektiven - Ideen für eine lebendige Stadt”

Chemnitz hat sich eine neue Innenstadt gebaut, aber es fehlt ihr an Menschen. Chemnitz ist eine Stadt, in der Wissenschaft und Industrie erfolgreich zusammenarbeiten, aber für den Titel “Stadt der Wissenschaft” hat es nicht gereicht. Chemnitz hat über Jahre seine Finanzen in Ordnung gehalten, doch jetzt wird auch hier das Geld knapp. Chemnitz trug den Titel “Stadt mit Köpfchen”, heißt heute “Stadt der Moderne” - doch welche Idee hat die Stadt von sich selbst, welche Ziele haben ihre Bürger? Warum lohnt es sich, hier zu leben?
29. April um 19 Uhr im Industriemuseum.

Offiziell diskutieren:

• Barbara Ludwig, Oberbürgermeisterin
• Karl Clauss Dietel, Formgestalter
• Enrico Lübbe, Schauspieldirektor
• Micaela Schönherr, Geschäftsführerin Niles-Simmons
• Klaus Gregor Eichhorn, Filmemacher und Medizinstudent
• Christian von Borczyskowski, Physik-Professor und Vorsitzender der Henry van de Velde Gesellschaft
• Die Zynikerinnen vom Experimentellen Karree (Grummeln vom Sitz aus)

Zurück zum Beton

Liebe haben´s aufgenommen (showview) und rosa aufgebrezelt: Den “artour”-Bericht über das Experimentelles Karree:

Exka und Reba84 im Fokus der Wissenschaft

Im Folgenden dokumentieren wir einen Forschungsbericht des European Cities Seminar, der äußerst gewinnbringend zu lesen ist. Die Autoren beleuchten die Reitbahnstraße 84 und dem gemäß auch die Initiative Experimentelles Karree hinsichtlich deren spezifischen Entstehungsbedingungen im Kontext der Schrumpfung post-sozialistischer Städte. Weiterhin zeichnen sie die Konfliktlinien einer neuen Stadtplanung nach, die sich notwendigerweise aus dem Gemengelage von Top-Down-Planung, privaten Verwertungsinteressen (GGG) und selbstbestimmter Basisbewegung (im Falle des Experimentellen Karrees) ergeben. Continue reading ‘Exka und Reba84 im Fokus der Wissenschaft’

Überraschendes “Hallo!” im Reitbahnviertel.

Chemnitz - Reitbahnviertel. Der lang geplante Stadtteilgarten im Reitbahnviertel ist offensichtlich realisiert worden. Die Bewohner des Reitbahnviertels und des Wohn- und Kulturprojekts Reitbahnstrasse 84 staunten nicht schlecht, als sie am Sonntag vormittag feststellen mussten, dass auf der schmucklosen Brachfläche Reitbahnstrasse/ Ecke Clara-Zetkin-Strasse ein Beet mit Frühblühern und ein fast fertig gestellter Spielplatz mit dazugehörigen Wegen angelegt wurde (siehe Foto im Anhang). Wer hier indes den Zauberstab geschwungen hat, blieb im Dunkeln. Der ExKa e.V. darf bekanntermassen weder sein vom Stadtrat unterstütztes urbanes Experiment im Karree um das Wohnprojekt realisieren, noch kann er die Fördermittel für den Stadtteilgarten auf dieser Fläche abrufen.

Delikat ist indes, dass das Baukoordinationsamt aufgrund des vermeintlichen Schweigens des Vereins, Träger für einen “Stadtteilgarten im Reitbahnviertel” sucht. Auch weitere Ideen des Vereins wurden aufgegriffen und für andere Intentionen urbar gemacht. So will die GGG in das “Experimentelle Karree” Studenten-WG´s und das entsprechende Gewerbe in die Erdgeschosse implementieren. Dieser “Ideentransfer” wäre weniger skandalös, wenn nicht einschlägig bekannt wäre, dass die EFRE-Förderkulisse im Reitbahnviertel durch das Experimentelles Karree überhaupt erst ermöglicht wurde, da ihm als “Zugpferd” in der Gesamtkonzeption des Viertels zentrale Bedeutung zugemessen wurde. Nun wurde dieser partizipative Prozess abgewürgt und der Narr, mithin ca. 50 kreative Jugendliche, kann gehen. Die Konzeption wird auf den verwertbaren Kern zusammengestrichen, die spinnerten Ideen, die wahre Dynamik und Ausdruck zugelassen hätten, können die Engagierten wieder mit nach Hause nehmen.

Vor zwei Wochen führten Angestellte der GGG Bürgermeisterin Lüth durch das gekündigte Kulturprojekt, das bis zum 30.6. geräumt werden muss, um die Eignung für das Spielemuseum zu prüfen. Dass jedoch dessen Chef nicht anwesend war, lässt darauf schliessen, dass das Interesse am Gebäude nicht besonders gross ist, bzw. dass das Interesse überhaupt nur von der GGG ausgeht.
Die GGG versäumte zum Zeitpunkt der Kündigung am 4.1.10, nachvollziehbare Gründe dafür anzugeben, warum die Beendigung des Projektes nötig wäre, obwohl lediglich die Sanierung der Nachbarhäuser geplant und “Die Zukunft des Gebäudes an der Reitbahnstraße 84 (..) offen” (FP, 6.1.10) sei. Diese Legitimation wird nun mit vermeintlichen “Interessenten” am genutzten Gebäude Nr.84 nachgereicht.

Unabhängig vom baldigen Ende des Projektes am 30.6. und des traurigen Eingeständnisses von OB Ludwig und BB Wesseler, dass im Prozess “Fehler” begangen wurden, begrüssen die Vereinsmitglieder des ExKa e.V. jegliches Engagement im Reitbahnviertel, das der Steigerung der Lebensqualität dient und den Selbstgestaltungsanspruch der Bevölkerung ausdrückt. Dass es sich dabei lohnt, nicht immer auf eine offizielle Erlaubnis zu warten, das zeigt das interessante Ergebnis des neuen Stadtteilgartens.

Verein Experimentelles Karree

ExKa im MDR: “Chemnitz ist nicht gerade eine Hochburg der Subkultur – im Gegenteil”

Dokumentation über 1000 Jahre Reba84, das Exka und das Aus. Donnerstag, 25. März, MDR.

In Chemnitz ist die “Reitbahnstraße 84″ eine stadtbekannte Adresse für Konzerte und Events. Sie gilt als ein Flaggschiff für Jugendkultur in der Stadt, die demografisch zu den ältesten in ganz Deutschland gehört. Doch nun droht dem Verein das Aus. Warum, erfahren Sie in “artour”.

Zur gesamten Programmankündigung:
http://www.mdr.de/artour/7192196.html
Zum Beitrag:
http://www.mdr.de/mediathek/7198481.html

Veranstaltung: „Kündigung der Reitbahnstraße 84 – Wie es wirklich war.”

30. Januar, 18.00 Uhr, Reitbahnstraße 84

Am 04.01.2010 war es endlich soweit: Die Reitbahnstraße 84 erhielt ihren ganz persönlichen final curtain, die Kündigung. Es soll nun endlich „seine Ordnung“ haben in diesem Viertel, ein sauberes, ja, ein ruhiges Viertel. In die benachbarten Gebäude sollen studentische Wohngemeinschaften einziehen, die Reba84 selbst soll hingegen erst einmal lediglich leergezogen werden, denn Pläne gäbe es momentan nicht: Die derzeitige Nutzung steht im Widerspruch zum Viertel und dem geplanten Vorhaben.
Dass es durchaus Spaß machen kann, eine im permanenten „Wandel“, d.h. Niedergang, befindliche Stadt herauszufordern, das zeigten die vergangenen zweieinhalb Jahre.
Der ExKa-Prozess als zweite legalistische Treibstufe vermochte die höchsten bürgerlichen Weihen zu erhalten: von FAZ- und Capital-Artikeln bis hin zu Rückfragen von Bundesministerien. Kanon: Jugendliche engagieren sich und schaffen (ökonomisch-kulturellen) Mehrwert, werden jedoch von der Stadt ins Leere laufengelassen.
Dieser zu recht umstrittene Prozess, der sich zuletzt von der Szene bzw. Basis abgekoppelt hatte, wird am 30.01. noch einmal nachvollzogen und geklärt. Kritisches Publikum ist willkommen.
Während einige ihr bohemistisches Dasein als Privatier in C. herbeisehnen, andere bereits einen Koffer in L. haben, schwanken die progressiven Hierbleibenden (Ihr) zwischen Kampagnen und Alternativstandort-Diskussionen. Eingebettet in eine ganze Schar von Schließungsdiskussionen von Radiosendern und alternativen Jugendzentren, ist die Reba ein Teil des final Leichentuchs, das sanft wie eine Schneedecke über die Stadt geweht wird, nur geht es hier nicht um städtische Mittel, sondern um einen Ausdruck verkrusteter Mentalität: Wenn die ReBa schon nicht aus finanziellen Gründen untergeht (wie Anfangs erhofft), dann soll sie nicht sein, weil sie nicht sein darf. An ihr ist doch so gar nichts eierschalenfarben, beige oder saniert, soll heißen, mit ihren eingedäpperten Scheiben (die andere Extremisten und Unruhe anziehen), hat sie hier nichts zu suchen.

Wer sich daran stört, der sollte der Reitbahnstraße in ihren Konflikten beistehen, wohl wissend, dass nach deren Schließung nicht mehr soviel kommen wird. Am Montag dem 01.02. um 19.30 Uhr in der Reitbahnstraße 84 seid Ihr eingeladen, die Strategien mitzugestalten, das Haus zu halten, möglichst viel für kommende Projekte herauszuschlagen und Kampagnen zu entwerfen. Wer keine Zeit hat, kommt später: Dieses Montagsplenum findet jede Woche statt.

Am 30.01. wird ab 18 Uhr am gleichen Ort vorgetragen, was eigentlich passiert ist.
Von der Reitbahnstraße zum ExKa und wieder zurück in die Bedeutungslosigkeit.

Freie Presse: „Steuergeld in den Sand gesetzt“

Experimentelles Karree: Grüne werfen Baubürgermeisterin Verschwendung vor – Rathaus: Mittel richtig eingesetzt
Nach der Vertragskündigung für das Experimentelle Karree an der Reitbahnstraße 84 gerät Baubürgermeisterin Petra Wesseler unter Druck. Die Ratsfraktion der Bündnisgrünen wirft ihr vor, Steuergeld verschwendet zu haben. Hintergrund ist die Erarbeitung des Entwicklungskonzeptes für das Reitbahnviertel vor zwei Jahren.
In dem 100 Seiten umfassenden Papier entwarfen drei Planungsbüros aus Berlin und Leipzig ihre Visionen von der Zukunft des zentrumsnahen Viertels. Das Konzept hatte der Stadtrat im November 2008 beschlossen. Kosten für die Erarbeitung: 113.000 Euro. Die Autoren der Studie bezeichnen das Experimentelle Karree als einen von drei bedeutenden Stadträumen in dem Quartier. Wörtlich heißt es: „Die konzeptionellen Überlegungen zur Einrichtung eines Stadtteiltreffs als Bestandteil des integrativen Generationenprojektes im so genannten Experimentellen Karree … sind von zentraler Bedeutung.“
Mit der Vertragskündigung ist das nun hinfällig. Damit sei aber auch das Entwicklungskonzept selbst überflüssig – zumindest teilweise, wie die Bündnisgrünen erklären. „Mit der Aufkündigung des Experimentellen Karrees entfällt das Kernelement im Entwicklungskonzept Reitbahnviertel“, sagt die Fraktionsvorsitzende Petra Zais. Das Geld für die Erarbeitung des Papiers sei „somit in den Sand gesetzt“. Die politische Verantwortung für den finanziellen Schaden trage die Baubürgermeisterin. „Denn sie legte den Stadträten 2008 ein Konzept vor, das von der GGG nun offenbar in wesentlichen Teilen gar nicht mitgetragen wird“, so Zais. Dabei sei Wesseler damals selbst Aufsichtsratsvorsitzende der GGG gewesen.
Das Baudezernat weist die Vorwürfe zurück. Das Entwicklungskonzept Reitbahnviertel beziehe sich auf den Bereich zwischen Tietz und Südbahnhof bzw. Zschopauer und Annaberger Straße. Die Grundidee des Experimentellen Karrees sei im Umfeld des Bernsbachplatzes zwar richtig positioniert. „Das muss aber nicht zwingend in den Räumen des Gebäudes Reitbahnstraße 84 sein“, heißt es in einer Antwort des Rathauses auf Anfragen der „Freien Presse“.
Auch den Vorwurf der Steuergeld-Verschwendung will die Bauverwaltung nicht akzeptieren. Das Konzept sei Voraussetzung dafür gewesen, dass Investoren in das Reitbahnviertel gelockt wurden. „Alle aufgewendeten Mittel sind insofern richtig eingesetzt und dienen als Impuls auch der weiteren Gebietsentwicklung“, so die Stadtverwaltung.

von Swen Uhlig

Freie Presse: Vom Scheitern eines Experiments

Kritik, Beifall und offene Fragen: Das Jugendzentrum an der Reitbahnstraße ist am Ende

Das Aus für das Experimentelle Karree an der Reitbahnstraße hat gestern unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Die beiden Betreibervereine reagierten enttäuscht auf die Entscheidung der GGG, den Vertrag über die Nutzung des Hauses Ende Juni zu beenden. Stadträte äußerten sich hingegen gemischt. Einige begrüßten die Entscheidung, andere kritisierten sie. Fest steht, das Experiment an dieser Stelle ist gescheitert. Offen bleiben Fragen - zum Beispiel die, ob die Vertragskündigung im Konflikt zu einem Ratsbeschluss aus dem Jahr 2008 steht.

Continue reading ‘Freie Presse: Vom Scheitern eines Experiments’

Freie Presse: Experimentelles Karree steht vor dem Aus

Experimentelles Karree steht vor dem Aus

Verein erhält von GGG die Kündigung und muss das Haus an der Reitbahnstraße bis zum Sommer räumen

Das alternative Jugendzentrum an der Reitbahnstraße 84 steht womöglich vor dem Aus. Die städtische Wohnungsgesellschaft GGG hat dem Trägerverein des Experimentellen Karrees gestern die Kündigung für das vierstöckige Eckgebäude ausgesprochen. Laut Vertrag muss der Verein das Haus damit Ende Juni dieses Jahres räumen.
Hintergrund der Kündigung seien Pläne für die Entwicklung des Wohngebietes zwischen Reitbahnstraße, Gustav-Freytag-Straße und Annaberger Straße, sagte ein GGG-Sprecher. Das kommunale Unternehmen plane, noch 2010 mit der Sanierung der Häuser an der Reitbahnstraße 80 und 82 zu beginnen. Laut GGG-Sprecher sollen dort Wohnungen entstehen, die WG-tauglich und damit für Studenten geeignet sind. Die Zukunft des Gebäudes an der Reitbahnstraße 84 - dem derzeitigen Sitz des Kulturzentrums - sei hingegen offen. Möglich seien eine Sanierung durch die GGG oder der Verkauf. Der Abriss stehe hingegen nicht zur Debatte.
Vertreter des Betreibervereins WKB (”Wiederbelebung kulturellen Brachlandes”) bestätigten gestern zwar den Eingang der Kündigung, wollten sich vorerst aber nicht dazu äußern. Der Verein hatte das Gebäude im Juli 2007 von der GGG angeboten bekommen, nachdem vier Wochen zuvor junge Leute das ehemalige Partei-Gebäude der KPD (”Kämpfer”) an der Karl-Immermann-Straße 23 bis 25 besetzt hatten. Damit wollen sie darauf aufmerksam machen, dass es in Chemnitz zu wenige Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche gibt. Im Gebäude an der Reitbahnstraße entstanden später Künstler-Ateliers, ein Café und ein alternatives Kino.
Bei der GGG erklärte man gestern, man habe dem Verein das Angebot gemacht, gemeinsam alternative Standorte zu suchen. Möglich sei auch ein Objekt an der Reichenhainer Straße. “Hierzu steht die Entscheidung des Vereins gegenwärtig noch aus”, so der GGG-Sprecher.
Das sei allerdings “keine echte Alternative”, so Stadtrat Volkmar Zschocke (Bündnis 90/Die Grünen). Das Haus an der Reichenhainer Straße sei in einem desolaten Zustand, teilweise fehlten sogar die Zimmerdecken. Zschocke bedauerte die Kündigung der Reitbahnstraße84 durch die GGG. “Chemnitz kann es sich nicht leisten, junge Leute so vor den Kopf zu schlagen”, sagte er.

Von Swen Uhlig

Pressemitteilung: Keine Experimente - GGG will partizipativen Prozess im Reitbahnviertel beenden

Die GGG hat am 04.01.10 den Mietvertrag der Nutzer in der Reitbahnstraße 84 gekündigt. Trotz entgegenlautenden Stadtrats-beschluss sollen nun 50 aktive Nutzer und Projekte ausziehen. Scheinbar versucht die kommunale Grundstücks- und Gebäude-wirtschafts-Gesellschaft (GGG) einen vom Stadtplanungsamt initiierten und finanzierten Prozess abzuwürgen. Damit drängt sich der Eindruck auf, dass die Vereine nach zwei Jahren ehrenamtlicher Stadtteilentwicklung vermeintlich ihren Anteil geleistet haben und vor die Tür gesetzt werden sollen.
Das Karree beherbergt derzeit das Wohn- und Kulturprojekt des WkB e.V.’s (Wiederbelebung kulturellen Brachlandes) sowie Projekte des ExKa e.V.’s (Experimentelles Karree). Neben größeren Projekten wie Sommerakademie, Experimentellen Bürgersteig und Stadtteilgarten finden beispielsweise auch Umsonstladen, Volksküche, Fahrradselbsthilfewerkstatt und Sonntagsbrunch ein unverdientes Ende.
Auch Projekte anderer Initiativen (Poetenpub, Netzwerk für Demokratie und Courage, Bildungskollektiv) müssen sich nun voraussichtlich neue Veranstaltungsorte suchen, wenn das Haus Ende Juni geschlossen werden soll.
Mit der Schließung der ReBa 84 entfiele nicht zuletzt eine wichtige Verbindung zwischen Campus und Innenstadt.
WKB-Vorsitzender: “Die Verantwortlichen in der Stadt sorgen ein ums andere mal mehr dafür, dass die Zustände hier für junge Menschen unerträglich werden. Es zeigt sich als notwendig, die weiteren Verhandlungen durch vielfältigen Protest zu begleiten.”