Archive for the 'Allgemein' Category

Artikel über das Exka in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

“28. Dezember 2009 Jemand wie Dominik Intelmann ist eine Seltenheit. Vor ein paar Jahren kehrte der Achtundzwanzigjährige nach Chemnitz zurück, in seinen Geburtsort. Dabei kennen die meisten jungen Chemnitzer ihre Heimatstadt nur noch aus der Ferne. Ein paar, die geblieben sind, schrauben an diesem Montagabend hinter großen Schaufenstern an Fahrrädern, ölen Ketten und wechseln Schläuche. Hinten an der Bar gibt es Bionade, Bier und selbstgebackenen Kuchen, ein junger Mann legt Platten auf, zwei andere spielen Tischkicker. Mittendrin steht Intelmann, reicht Werkzeug und gibt Tipps. Es ist kalt, aber doch irgendwie gemütlich.”
Den kompletten Artikel gibts HIER.

“Mit Lidl-Tüten gegen Luxus” (Artikel aus junge Welt)

Im Berliner Stadtteil Kreuzberg diskutierten Experten und Stadtteilaktivisten über Strategien gegen Mieterverdrängung. Linke-Vizeparteichefin Wawzyniak: Großes Kino.
Von Christian Linde

Der Berliner Stadtteil Kreuzberg wandelt sich. Mitte der neunziger Jahre verließen Menschen, die es sich leisten konnten, das Gebiet, heute drängen zahlungskräftige Haushalte geradezu in die ehemalige Hochburg der Hausbesetzer. Die Bewohner kämpfen mit erheblichen Mietsteigerungen; schicke Boutiquen und teure Bars eröffnen an jeder Ecke. Continue reading ‘“Mit Lidl-Tüten gegen Luxus” (Artikel aus junge Welt)’

Endlich: ExKa kommt!

Das für tot erklärte Experimentelle Karree startet nun überraschenderweise doch. Das Konzept wurde bereits vor 1 1/2 Jahren zusammen mit dem Stadtplanungsamt entwickelt und wurde mit einem Stadtratsbeschluss im November 2008 von kommunaler Seite gestärkt. Entgegen dieses Beschlusses, besiegelte jedoch die städtische Wohnungsgesellschaft GGG, deren die Liegenschaften gehören, und die Keilholz GmbH, welche Anrainer ist, im Mai 2009 eine gegenseitige Sanierungsvereinbarung. Bereits dieser Vorgang löste im Stadtrat eine Welle von Anfragen an die Stadtverwaltung aus (u.a. klick!), wobei der Eindruck eflyer_exkakommt_vorderseitentstand, dass Stadtratsbeschlüsse bewusst verunmöglicht wurden. In Zeiten von Stadtschrumpfung und Verödung ganzer Stadträume, ist dieses bewusste Ausbremsen des letzten Häufleins Kreativer zugunsten kurzfristiger, ökonomischer Handlungsziele ein gesamtstädtisches Fiasko.

Das ExKa soll der neue selbstgestaltete urbane Ort in Chemnitz werden. Hier treffen sich die Faktoren. Universität und Innenstadt, Prekariat und Geisteswissenschaft, Abriss und Abenteuer.
Das Projekt könnte eine Möglichkeit sein, den Bewohnern der Stadt extraordinäre Lebensqualität zu verschaffen und zumindest an die Idee von Dresden-Neustadt etc. anzuknüpfen. Verschiedene studentische Miniprojekte warten darauf, dass es losgehen kann: Vom Wohnzimmerkino über die Druckwerkstatt bis hin zu eine Fahrradselbsthilfewerkstatt wird alles selbst konzipiert und selbst verwaltet. All dies fällt über eine verschlafene Stadt her, die es nicht mehr gewöhnt ist, dass ihre Bewohner einen Anspruch auf die Ruinenlandschaft erheben. Denn gerade darin (und nur darin) kann der Reiz eines Gebildes wie Chemnitz liegen. Das Abenteuer heisst nonkommerzielle Aneignung und Nutzung für die kleinen Utopien und Freiheiten, die es in prosperierenden Städten schon längst nicht mehr gibt.

Der ursprüngliche Plan, die Reitbahnstrasse 80-82 und den Rest des Karrees zu nutzen, ist jedoch hinfällig, da die GGG die jahrelang leer stehenden Gebäude nunmehr selbst zur studentischen Wohneinrichtung „mit entsprechendem Gewerbe“ entwickeln möchte. Freilich unter ihrer Planungshoheit und mit den daraus resultierenden und bekannten Folgen (wahlweise GGG-Campus Gustav-Freytag-Strasse oder Brühl).
Stattdessen zieht, um die Verwirrung zu steigern, das Experimentelle Karree zunächst mit in die Reitbahnstrasse 84, die bereits das Wohn- und Kulturprojekt beherbergt.
Die verfahrene Situation wird endlich gewendet: Die Akteure beginnen einfach mit dem, was sie können, und was die beschränkten Räumlichkeiten zulassen.
Neben der Volksküche am Donnerstagabend, gibt es einen zweiwöchig stattfindenden Sonntagsbrunch, eine wöchentliche kostenfreie Fahrradselbsthilfewerkstatt, eine Galerie für Autofahrer , ein Kinoprojekt , eine Druckwerkstatt, und einen Umsonstladen. Weitere Projekte sind angedacht, wenn die Nutzung der angrenzenden, leer stehenden Gebäude, vom städtischen Eigentümer ermöglicht wird. Zur Einbindung neuer Akteure, für Öffentlichkeitsarbeit und für die Koordination der Arbeit des ExKa e.V. sind bereits vor einem Jahr EFRE-Mittel (Europäische Förderung für regionale Entwicklung) beantragt wurden, die, leider, zuletzt scheinbar der einzige Grund gewesen sind, sich Seitens der Stadt mit dem Projekt überhaupt noch zu beschäftigen. Traurig für eine solch problembehaftete und defizitäre Stadt, dass sie nicht merkt, dass sie den Schuss nicht gehört hat. Aber dafür sind ja wir alle da.

ExKa Termine:

Jeden Montag, 16 bis 19 Uhr: kostenlose Fahrradselbsthilfewerkstatt

29.11./6.12./20.12. Sonntagsbrunch – Buffet und Kinderspaß

29.11. – 30.12. Boryana Rossa : Bootleg garden – Ausstellung hinter den Schaufenstern

7.12., 19.30 ExKa – wie geht´s weiter, Infoabend

8.12., 20.00 Buntes Kurzfilm-Kaleidoskop

21.12., 19.00 Spieltrieb – ein Spieleabend jenseits von Mensch-ärgere-dich-nicht und Siedler

At Least We Are Not Detroit

Jungle World: “Kritik mit bunten Pappkartons”

200 Künstler und Künstlerinnen haben mehrere leerstehende Häuser in der Hamburger Innenstadt besetzt. Sie fordern ein »Kultur- und Kreativzentrum« und wollen der Stadt zeigen, »welches Potenzial hier an seiner Entfaltung gehindert wird«.
Der ganze Artikel: http://jungle-world.com/artikel/2009/36/38767.html

Veranstaltungen im August

17.08.2009
Reitbahnviertel - Gestern - Heute – Morgen
Chemnitzer Bilderbogen zum Reitbahnviertel mit Addi Jacobi
19:00 Uhr, Reitbahnlounge, Reitbahnstr. 84
Wieso gibt es in Chemnitz eine Reitbahnstrasse und jetzt sogar einen Stadteil diesen Namens?
Wer und was war in diesem Stadteil zu Hause, wie lebte und welche Bedeutung hatte dieses Stadtviertel?
Diese und noch viele andere Fragen wird uns Addi Jacobi beantworten und mit Bild-und Tondokumenten unterlegen.
Vortrags-, Diskussionsabend, Eintritt frei

21.08.2009
im Rahmen der Sommerakademie
Ausstellungseröffnung Reitbahn 09 – mit Tuya-Klangwerk
18:00 Uhr, Ritterstr. 13
Die fünf Artists in Residence präsentieren die, in ihrem zweimonatigen Aufenthalt in Chemnitz, entstandenen Arbeiten.
Katrin Walschek - Köln, Uta Pütz - Freiburg, Ünsal Öksüz - Berlin, Endi Joel Paredes Granados und Armando Ruitz - Venezuela
Mit den musikalischen Klangbildern von Tuya-Klangwerk, Mathis Stendike und Petr Krupa wir die Vernissage eröffnet.
21:00 Uhr erwartet die Besucher, in der Reitbahnlounge, eine Aufführung der Workshopergebnisse Film und Hörspiel.
Die Ausstellung ist ab 22.8.09 - 28.8.09, täglich von 16:00 - 20:00 Uhr zu besichtigen. Eintritt frei

26.08.2009
Reitbahnviertel - Gestern - Heute – Morgen
„Haus des Kindes“ am Bernsbachplatz - ein Bauleiter erzählt
19:00 Uhr, Reitbahnlounge, Reitbahnstr. 84

Dipl. Ing. Egon Baldauf, Bauleiter des Gebäudes am Bernsbachplatz, der heutigen Reitbahnstr.84, berichtet von der Planungs-, Bau- u. Entwicklungsphase des Karrees, wohl mit so mancher Anekdote und stellt historische Bilddokumente dazu vor.
Vortrags-, Diskussionsabend, Eintritt frei

Interview mit der Geschäftsführerin der GGG: Der “Rahmen der Machbarkeit” hört dort auf, wo Vewertung beginnt

Simone Kalew, Geschäftsführerin der GGG im Interview mit dem Lokalblatt “Blitzpunkt” in der Hauptsache zum Thema Experimentelles Karree unter der zynischen anmutenden Überschrift: “Seko wird unser Leitfaden”. Continue reading ‘Interview mit der Geschäftsführerin der GGG: Der “Rahmen der Machbarkeit” hört dort auf, wo Vewertung beginnt’

chemnitz-zieht-weg.de abschalten!

Als ich vor einigen Wochen den Link http://chemnitz-zieht-weg.de im Chatfenster anklickte, dachte ich mir, haha, wie witzig! Mit einer Plakataktion und entsprechenden Texten hatten ein paar Leute den Widerspruch zwischen der Selbstdarstellung der Stadt Chemnitz und den hiesigen Realitäten persifliert. Als Akteur des Experimentellen Karree passte mir die Aktion ganz gut in den Kram, weil ich meinte, dass die dort angestoßene Debatte unsere Bemühungen dienlich sein könnte.
Continue reading ‘chemnitz-zieht-weg.de abschalten!’